Kompetenzzentrum für Proktologie (Enddarmerkrankungen)

Die Proktologie oder Koloproktologie bezeichnet die Lehre der Darm- und Enddarmerkrankungen. Abgeleitet wird dieser Begriff aus den griechischen Wörtern „Proktos“ für „After“ und „Kolon“ für „Darm“. Die Proktologie stellt ein spezialisiertes medizinisches Teilgebiet dar, das über moderne diagnostische Verfahren sowie konservative, semioperative und operative Behandlungsmethoden verfügt, um auf schonende und schmerzarme Weise die Darmgesundheit zu erzielen. Ein Arzt erhält nur dann die Zusatzbezeichnung „Proktologe“, wenn er auf Enddarmerkrankungen spezialisiert ist und nach mehrjähriger Weiterbildung eine erfolgreiche Prüfung vor der Landeskammer absolviert hat. Die proktologische Praxis von Dr. Deckert wurde 2005 vom Berufsverband der Koloproktologen Deutschlands e.V. als „Proktologisches Kompetenzzentrum“ nach Leistungskriterien zertifiziert. Im Jahre 2006 bekam Dr. Deckert den Titel „Proktologe“ von der Landeskammer Bayern verliehen.

http://www.coloproktologen.de/ http://www.koloproktologie.org/

Enddarmleiden treten sehr häufig auf. Durchschnittlich jeder zweite Mitteleuropäer ist davon betroffen. Jedoch sind Darmleiden selbst in unserer aufgeschlossenen Zeit für viele Betroffene noch immer ein Tabuthema.

Es gibt unterschiedliche Auslöser für Darmerkrankungen. Dazu zählen der Alterungsprozess, Belastungen des Beckenbodens z.B. durch Schwangerschaften, Alltagsstress, Vererbung, mangelnde Bewegung, aber auch falsche Essgewohnheiten. Die Ernährung sollte daher ausgewogen und ballaststoffreich sein, viel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte auf dem Speiseplan stehen. Auch die regelmäßige körperliche Betätigung an frischer Luft regt die Darmtätigkeit (Motilität) an und beugt somit Darmerkrankungen vor.

Sollten dennoch Darmbeschwerden auftreten, muss unbedingt ein Proktologe aufgesucht werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen. Zu den Untersuchungsmethoden zählen die klinische, sonographische, manometrische und endoskopische Untersuchung mit Proktoskopie (Enddarmspiegelung), Rektoskopie (Mastdarmspiegelung) und Koloskopie (Dickdarmspiegelung). Je nach Erkrankung sind konservative oder operative Behandlungen erforderlich. Alle operativen Enddarmeingriffe können in der chirurgischen Praxisklinik Nabburg mit einem Laser durchgeführt werden, wodurch die postoperativen Schmerzen erheblich reduziert werden.

 

Im „Kompetenzzentrum für Prokto-logie“ der chirurgischen Praxisklinik Nabburg werden folgende Enddarm-erkrankungen behandelt:

  • Afterkrampf (Proctalgia fugax)
  • Analekzem: entzündliche und juckende Hautveränderungen bedingt durch Bakterien, Pilze, Überempfindlichkeit gegen Allergene und Gifte
  • Analfistel: röhrenförmige Gänge, die bei entzündlichen oder eiternden Erkrankungen auftreten
  • Analfissur: Riss oder Ulkusbildung im Bereich des After
  • Analkryptitis: eitrige Entzündung der taschenartigen Krypten (Vertiefungen) im Analkanal
  • Analstenose (Afterenge)
  • Analthrombosen: schmerzhafte Knotenbildung durch Blutgerinnsel der Analrandvenen
  • Beckenbodenschwäche (Descending perineum Syndrom): Erschlaffung der Muskeln, Bänder und Sehnen des Beckenbodens
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Proktitis, Colitis)
  • Darmkrebs (Kolorektales Karzinom): Wir führen bei männlichen Patienten nach dem 45. Lebensjahr und bei weiblichen Patienten nach dem 50. Lebensjahr bzw. nach individuellem Erkrankungsrisiko eine Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung durch, um rechtzeitig bösartige Darmgeschwulstbildungen diagnostizieren zu können.
  • Entzündung von krankhaften Darmschleimhautausstülpungen (Divertikulitis)
  • Feigwarzen (Condylomata acuminata): Warzen im After- und Genitalbereich
  • Hautfalten (Marisken)
  • Hämorrhoiden
  • Stuhlinkontinenz: Funktionsstörung der Schließmuskeln im Bereich des Enddarms. Diese können durch eine Untersuchung am Anorektalen-Meßplatz (Manometrie) diagnostiziert werden.
  • Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis)
  • Steißbeinschmerz (Coccygodynie)

Behandlung von Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind Blutgefäße, die den Analkanal wie ein Polster von innen auskleiden. Sie gewähren damit den Feinverschluss (Feinkontinenz) des Afters. Vergrößern sich diese Hämorrhoiden-Polster und verursachen krankhafte Beschwerden spricht man vom Hämorrhoidalleiden. Diese krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden-Polster wird in vier Grade eingeteilt:

 

Grad I: Analkanal mit leicht erweiterten Hämorrhoiden. Grad I: Analkanal mit leicht erweiterten Hämorrhoiden.
Grad II: Analkanal mit erweiterten Hämorrhoidenpolstern, die beim Pressen heraustreten und sich von selbst wieder zurückziehen. Grad II: Analkanal mit erweiterten Hä-
morrhoidenpolstern, die beim Pressen heraustreten und sich von selbst wieder zurückziehen.
Grad III: Stark erweiterte Hämorrhoiden, die sich nur manuell wieder in den Analkanal zurückschieben lassen. Grad III: Stark erweiterte Hämor-
rhoiden, die sich nur manuell wieder in den Analkanal zu-
rückschieben lassen.
Grad IV: Sehr stark erweiterte Polster, die ständig herausragen. Grad IV: Sehr stark erweiterte Polster, die ständig heraus-
ragen.

Copyright: A.M.I., www.ami.at

Die Behandlungstherapie hängt vom Grad des Hämorrhoidenleidens ab: In frühen Stadien kommen die Sklerosierungs- und Gummibandligaturbehandlung zur Anwendung.
In späteren, fortgeschrittenen Stadien werden semioperativ-endoskopische oder operative Verfahren der offenen und der geschlossenen plastischen Hämorrhoidektomie angewandt.

Patienten mit fortgeschrittenen Hämorrhoidalerkrankungen mussten sich früher ausschließlich diesen Operation unterziehen, in der die hervortretenen Hämorrhoidalknoten chirurgisch entfernt wurden.

Heutzutage kann in diesen Fällen auf ein minimalinvasives Laserverfahren zurückgegriffen werden, der sogenannten Laser-Hämorrhoidoplastie (LHP). Sie gehört zu den schmerz- und komplikationsarmen Methoden. Sie schont insbesondere die im Analkanal hochempfindliche Haut (das Anoderm). Das Anoderm trägt dazu bei, dass sich der After richtig schließt und der Abgang von Stuhl und Wind kontrolliert werden kann (Kontinenz). Ablauf der Laser-Hämorrhoidoplastie: Über einen kleinen Einstich mit der Lasersonde werden die Hämorrhoiden ohne Verletzung von Anoderm und der Sphinktermuskulatur von innen heraus geschrumpft.

Schaubild: Ablauf der Laserbehandlung Copyright: biolitec AG

 

Ihre Vorteile bei der Laser-Hämorrhoidoplastie (LHP):

  • keine Schnitte nötig/ es muss kein Gewebe entfernt werden (Vorteil gegenüber konventionellen chirurgischen Eingriffen)
  • es entsteht nur eine kleine Wunde
  • bestmögliche Erhaltung von Schließmuskel, Anoderm und Schleimhäuten
  • bestmögliche Erhaltung der Feinkontinenz
  • kürzere Arbeitsunfähigkeit

Weitere Behandlungsmöglichkeiten die zu den semioperativ-endoskopischen Verfahren zählen sind die Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL) und die Rekto-Anal-Repair (RAR) Methode. Das sind sanfte, schmerzarme und organschonende minimal-invasive Behandlungsverfahren in einem weniger fortgeschrittenen Stadium der Hämorrhoidalerkrankung. Sie ermöglichen es dem Patienten, schon am nächsten Tag seine Arbeitstätigkeit wieder aufzunehmen.

Bei der Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL) wird ein spezielles Instrument in den After an die Hämorrhoide herangeführt, das dem Arzt die blutführenden Arterien durch akustische Signale punktgenau lokalisiert. Diese Gefäße werden vom Chirurgen schmerzfrei abgebunden und verknotet. Dadurch sinkt die Blutzufuhr in die Hämorrhoiden, die deutlich kleiner werden und nach einiger Zeit verschwinden.

Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL) Copyright: A.M.I.

Die Rekto-Anal-Repair (RAR) stellt eine Weiterentwicklung der HAL-Operation dar. Sie ist eine Kombination der HAL und einer Rückverlagerung der nach aussen tretenden Hämorrhoidalknoten. Es wird hierbei ebenfalls nicht geschnitten, es werden keine offenen Wunden gesetzt, so dass auch diese Methode sanft und schmerzarm für den Patienten ist.

Rekto-Anal-Repair (RAR) Copyright: A.M.I.

Ihre Vorteile:

  • keine Schnitte nötig/ es muss kein Gewebe entfernt werden (Vorteil gegenüber konventionellen chirurgischen Eingriffen)
  • es entsteht nur eine kleine Wunde
  • schmerzfreie Behandlung
  • Wirksamkeit durch internationale Studien belegt

Behandlung von Analfisteln

Eine weitere Enddarmerkrankung, bei der hochmoderne Lasertherapie zum Einsatz kommt, sind Analfisteln. Eine Analfistel ist ein unnatürlicher Gang, der den Darm mit der Hautoberfläche am Gesäß verbindet und entsteht, wenn sich Drüsen im After entzünden und mit Eiter füllen. Mit der Fistel schafft der Körper eine Öffnung über die der Eiter ausgeschieden werden kann. Diese Öffnung, auch Fistelgang bezeichnet, verläuft in leichten Fällen nur unter der Schleimhaut und durchbricht in schweren Stadien den Schließmuskel.

Analfistel Copyright: biolitec AG

Fisteleingang / Radial Sonde Copyright: biolitec AG

Analfisteln heilen selten ohne Operation und müssen in der Regel herausgeschält werden. Bei herkömmlichen Operationen wird die Fistel und das entzündete Gewebe mit dem Skapell ausgeschnitten und mit einem Schleimhautlappen abgedeckt. Das Risiko einer bleibenden Inkontinenz ist bei diesem Eingriff erhöht.

Zur möglichst muskelschonenden Behandlung und dem Vorbeugen von Inkontinenz gibt es die FiLaC Lasertherapie (FiLaC). Das Fistelgewebe wird hier durch den Laser gezielt zerstört und der Fistelgang verschlossen.

Ihre Vorteile:

  • Schonung des Schließmuskels und Erhalt der Kontinenz
  • Kein Herausschneiden der Fistel nötig
  • Schnellere Wundheilung, weniger Schmerzen
  • Kürzere Heilungszeit und Arbeitsunfähigkeit

Behandlung bei Stuhlinkontinenz

Von Stuhlinkontinenz spricht man, wenn der Betroffene Stuhl und Winde nicht zurückhalten kann. Es existieren unterschiedliche Schweregrade des analen Kontrollverlustes, die oft mit psychischen Belastungen verbunden sind und deren Heilung dem Patienten eine höhere Lebensqualität ermöglicht. Das Kompetenzzentrum für Proktologie der Praxisklinik Nabburg bietet mehrere Therapiemöglichkeiten an: Elektrostimulation (ES), Elektromyographie (EMG), Elektromyographie-Biofeedback und ES Kombinationstraining und EMG-getriggerte ES.

Bei der ES werden Nerven, die im Körper Muskeln steuern, gezielt von aussen durch kleine elektrische Impulse angeregt und zur Muskelanspannung gebracht. Die Praxisklinik Nabburg setzt für diese Therapie hochmoderne Geräte mit Mittelfrequenz-Technik ein, die gut verträglich und hoch wirksam sind. Bei dem EMG-Biofeedback werden falsch ablaufende oder gestörte Körperfunktionen durch Rückkopplung besser erkannt und gezielt korrigiert. Die weiteren Behandlungsmethoden bestehen in einer gezielten Kombination dieser beiden Verfahren.

Die Behandlung erfolgt in drei Schritten:

  1. Messung der Leistungsfähigkeit der geschädigten Muskulatur durch Elektromyographie und Korrektur der Übungen von Beckenboden und Schließmuskeln
  2. Anpassung der Übungsziele für bestmögliche Kräftigung der Muskulatur und wechselnde Übungsabläufe
  3. Die Koordinationsschwäche zwischen Gehirn und Kontinenzorgan, die oft Hauptursache für Inkontinenz ist, kann so schonend und schmerzfrei behandelt werden

Ihre Vorteile:

  • schonende und schmerzfreie Behandlung
  • aktives Training der Muskeln (Schließmuskeln, Beckenboden und Hufeisenmuskel)
  • unter elektronischer Kontrolle
  • erste Erfolge bereits nach wenigen Wochen sichtbar

Weitere Ausführungen unter:
http://www.coloproktologen.de/
http://www.Koloproktologie.org/
http://www.kontinenz-gesellschaft.de/
http://www.darmkrebs.de

Sprechzeiten:

Bitte beachten Sie, dass wir ab dem 1.1.2018 nur noch Privatpatienten und Selbstzahler behandeln können.
Für Ihre Terminbuchung nutzen Sie bitte das Online-Buchungstool ganz unten auf dieser Seite.
Bei Fragen erreichen Sie uns ab dem 26.2.2018 unter 09433/202652.
Vielen Dank.